Die Projektsteuerung wurde durchgeführt von:
Leichtathletik unterm Dach
350 Tonnen Stahl, 30 Kilometer Kabel oder 4600 Quadratmeter Dachfläche. Alles das sind die Superlativen der neuen Leichtathletikhalle im Cottbuser Sportzentrum. Und Sie dienen nur einem Zweck: Für den Nachwuchs-, Breiten- und Spitzensport optimale Bedingungen zu schaffen.

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Das Sportzentrum Cottbus ist eine der größten und modernsten Sportanlagen im Land Brandenburg. In ihrer Komplexität bietet diese Sportanlage die besten Voraussetzungen zur Sicherung des Kinder- und Jugendsportes, des Nachwuchs- und Spitzensportes sowie des Breiten- und Behindertensportes. Internationale Topveranstaltungen wie das alljährliche internationale Leichtathletik-Meeting „German Meeting“, Weltcuprennen im Bahnradsport, der Turn-Weltcup „Turnier der Meister“, das Hallen-Springermeeting oder Open-Air-Konzerte ziehen immer wieder die Cottbuser ins Sportzentrum. Auf dem Gelände befindet sich eine Vielzahl von Anlagen und Einrichtungen. Vom komplett nach internationalen Anforderungen ausgestatteten Leichtathletikstadion, einer der komfortabelsten Radrennbahnen der Welt bis zu Trainingshallen, Trainingsplätzen oder der modernen Mehrzweckhalle „Lausitz-Arena“.
Eine weitere Nutzung obliegt dem Landesstützpunkt Leichtathletik Behindertensport sowohl im Bereich des Nachwuchs- als auch Spitzensports. Für den Breitensport, hier für mehrere Vereine im Laufbereich, ist die Leichtathletikhalle von großer Bedeutung. Die Leichtathletikhalle befindet sich im Zentrum des Sportstättenbetriebes der Stadt Cottbus. Die bestehende Leichtathletikhalle ist mit Ihren 4.400 m² Grundfläche nach dem Radstadion das zweitgrößte Gebäude auf dem Gelände des Sportstättenbetriebes Cottbus. Mit dem Ersatzneubau wird die Fläche auf ca. 5.000 m² erweitert. Maßgebend für die Entwicklung der Gebäudekubatur waren vor allem die Anforderungen an die 200m Rundlaufbahn und die äußeren Zwänge durch die angrenzenden Bestandsgebäude. Eine Erweiterung der Hallengrundfläche konnte nur in Richtung der bestehenden Parkplatzfläche geschehen.
In der Halle befindet sich::
- 4-läufige 200m-Bahn mit außen liegender Warmlaufstrecke
- 5-läufige 60m Bahn
- Stabhochsprunganlage mit einer lichten Höhe von 8m
- Weitsprunganlage mit drei Anlaufstrecken
- mobile Hochsprunganlage
- Werferhalle mit separater Kugelstoß-, Diskus- und Speerwurfanlage
- Kraftraum
- Aufwärm- und Gymnastikbereich
- Erweiterung und Sanierung des bestehenden Umkleidebereiches
- Herstellen einer Barrierefreiheit in der gesamten Leichtathletikhalle
Historie (1968 - 2009)
Die 1968 erbaute und mittlerweile abgerissene Leichtathletikhalle schaut auf eine bewegte Geschichte zurück. Der als Industriehalle projektierte und auch daher nicht isolierte Bau hatte nicht nur mit Heizproblemen zu kämpfen. In wirren Zeiten gingen hier auch Fernseher, Schlüpfer und Sauerkraut über provisorische Theken.
Um für die Leichtathleten auch im Winter gute Trainingsbedingungen zu schaffen musste eine Halle gebaut werden, die den Ansprüchen des noch jungen Cottbuser Sportclubs gerecht wurde.
Auf Initiative des Rates des Bezirkes wurde lange nach einem passenden Modell gesucht, das sowohl in Fläche als auch Höhe den einzelnen Leichtathletik-Disziplinen entsprach. Fündig wurde man schließlich bei einer vom MLK Ruhland gefertigten Industriehalle „von der Stange“. Die Halle war 144m lang und 30m breit und war mit ihrer Gesamthöhe von 7,52m auch für Stabhochsprung-Training geeignet. Am 19. September 1968 wurde die Halle feierlich eingeweiht. Fortan stand sie jedoch nicht nur den Sportlern zur Verfügung. Denn mit der Fläche von 4.320 m2 war sie auch gleichzeitig die größte Halle von Cottbus und wurde auch für „sportfremde“ Veranstaltungen wie Messen genutzt. Beheizt wurde die neue Halle zunächst eher provisorisch. Dazu wurden aus Meiningen zwei alte Lokomotivkessel Bj. 1932 installiert, die im Winter täglich bis zu 17 Tonnen heimische Braunkohle „fraßen“.
Größere bauliche Veränderungen stellten sich erst Anfang der 80er Jahre ein. So wurde 1983 der Parkettboden gegen einen neuen modernen Kunststoffbelag ausgetauscht und gleichzeitig eine Rundbahn für die Läufer geschaffen. Das Ganze geschah in Hinsicht der optimalen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, welche jedoch von der DDR boykottiert wurden.
Mit dem Umbau 1983 war die Halle zwar eigentlich nur noch für den Sport nutzbar, dennoch fand die Halle in den Wendewirren so manch eigenartige Bestimmung. So standen Tausende Cottbuser kurz nach der Währungsunion Schlange, um im allerersten „Supermarkt“ von Cottbus Westprodukte zu kaufen oder später bei einer „Automesse“ die neuesten Modelle namhafter Hersteller zu begutachten. Gekauft werden konnten diese übrigens gleich nebenan - denn auch ein Gebrauchtwagenhändler hatte sich zwischenzeitlich auf dem Gelände des Sportzentrums angesiedelt.
Ein weiterer großer Umbau erfolgte schon zuvor – nämlich Mitte der 80er Jahre. Im Gegensatz zur Leichtathletikhalle wurde das komplette Sportzentrum mit Öl beheizt – was in der Ölkrise der 80er Jahre zu erheblichen Schwierigkeiten führte. Mit einem extremen Aufwand wurde das Sportzentrum – also auch die Halle – an das Fernwärmenetz angeschlossen. Damit war man zwar auf der sicheren Seite und auch sparsamer unterwegs, dennoch beliefen sich zuletzt die Heizkosten der als Leichtathletikhalle umfunktionierten Industriehalle auf 100.000 Euro im Jahr.
Übrigens war die Leichtathletikhalle über viele Jahre der Arbeitsplatz von fast einem Dutzend Angestellten. Das für den täglichen Trainingsbetrieb notwendige Personal reichte vom Objektleiter über die Reinigungskraft bis zum Pförtner oder Gerätewart.